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Montag, 14. Juni 2010

"Ich war in allem ein Außenseiter"

(...) Wie hat Sie Ihre Erziehung geprägt?

Wir Kinder konnten machen, was wir wollten, und wurden immer unterstützt. Aber wir mussten früh Verantwortung für unsere Entscheidungen übernehmen. Damit war ich oft überfordert. Als ich mich in der Schule nicht wohlfühlte, sagte mein Vater: »Geh halt nicht mehr hin.« Weglaufen ist einfach, schwieriger ist es, die Konsequenzen zu tragen.

In der Schule waren Sie dann ja auch nur sporadisch, oder?
Insgesamt vielleicht drei Jahre. Hauptsächlich wurden wir von unserer Mutter unterrichtet. Sie hatte eine Genehmigung dazu, und in der Schweiz gibt es ja keine Schulpflicht. In Deutschland gab es Ärger, die Nachbarn zeigten uns beim Jugendamt an. Das war auch wieder so ein Ding meiner Eltern: Ich kann zwar lesen, schreiben, rechnen, habe aber keinen Schulabschluss. Das schränkte meine beruflichen Möglichkeiten sehr ein. Astronaut hätte ich nicht werden können. (...)

Der Schweizer Schauspieler David Bennent, 43, wurde durch den Film »Die Blechtrommel« bekannt. Er lebt zurzeit in Berlin, wo er gerade am Renaissance Theater spielt.

http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/32818/1/1


Samstag, 15. Mai 2010

Fall Amina: Ganze Familie flieht

Schulverweigerer gehen ins Ausland

(...) Kürzlich stand die Familie wegen Amina noch einmal vor Gericht (die NN berichteten). Vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in Ansbach ging es um die seinerzeit wegen Amina entstandenen Heimkosten. Das Jugendamt ist am Ende darauf sitzen geblieben. Das Gericht attestierte der Behörde bei der Einweisung Aminas eine »gewisse Ratlosigkeit« und eine Orientierung mehr an Vermutungen denn an Fakten. (...)

(...) Bei Manfred Schreiner, dem früheren Leiter des Nürnberger Volksschulamtes, hat dagegen ein Umdenken eingesetzt. Er ist seit einem Jahr in Pension. »Ich bin in der Frage Homeschooling vom Saulus zum Paulus geworden«, erklärt er der Lokalredaktion. Ein Damaskus-Erlebnis hatte er nicht, »ich habe mich nur in die Materie vertieft.« Er selbst zählte früher zu den »Hardlinern«, wie er bekennt. (...)

(...) In der Metropolregion gibt es heute Beispiele, in denen die Behörden diese Bildungsform mehr oder weniger offen dulden. Die Schulbehörden wissen Bescheid, setzen aber nicht den ihnen zur Verfügung stehenden Straf-Apparat in Bewegung. Sie nehmen davon Abstand, sobald sie sich ein Bild von den Familien gemacht haben. Manfred Schreiner - er ist bis heute im Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) auf Landesebene aktiv - genügt es nun nicht mehr, nur diese »Grauzone« aufrechtzuerhalten. »Es ist ein Fehler, solche Familien in einen Topf mit notorischen Schulschwänzern aus sozial verwahrlosten Verhältnissen zu werfen«, meint er.

Wissenschaftliche Untersuchungen hätten belegt, dass das Leistungsniveau von Homeschooling-Kindern »sehr hoch« ist. Die Familien seien bildungsbeflissen, meist relativ wohlhabend, in Vereinen aktiv und in einem Bildungsnetzwerk miteinander verbunden. »Heute würde ich solche Fälle im Dialog klären«, betonte der erfahrene Schulmann, »da muss man keinen rechtlichen Prinzipien-Streit anzetteln.« (...)

(...) Auf die gesetzliche Schulpflicht will auch Schreiner nicht verzichten, er könnte sich aber eine Initiative im Landtag vorstellen, die es per Verordnung erlaubt, diese Pflicht auch außerhalb staatlicher Schulen zu Hause bei regelmäßigen Leistungstests der Kinder und Betreuung durch eine Schule abzuleisten. »Das österreichische Modell finde ich ganz gut.«

Schreiner erteilt derzeit selbst eine Art Hausunterricht. Er hilft seinen Enkelkindern. »Wenn ich mitkriege, welchem Druck die schon ausgesetzt sind, könnte ich fast zum überzeugten Homeschooling-Großvater werden. (...)

http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=1224604&kat=10

Schule allein zu Haus

Der Umgang mit Homeschooling muss sich ändern

(...) Das liegt an einem gedanklichen Kurzschluss. Die Schulbehörden gehen hierzulande zunächst in einem falschen Automatismus davon aus: Wer seine Kinder nicht in die Schule schickt, vernachlässigt deren Wohl auf das Gröbste, was den Staat natürlich zum Eingreifen zwingen muss, wie bei einer Misshandlung oder Verwahrlosung. Nun ist es beileibe nicht so, dass der ordentliche Schulbesuch stets den Schutz des Kindes vor einseitiger Indoktrinierung oder Isolation garantiert. Homeschool-Kinder leisten nach den bisherigen wissenschaftlich ausgewerteten Erfahrungen nicht weniger, sondern häufig mehr. Elite-Universitäten nehmen sie oft bevorzugt auf, nicht weil sie besonders intelligent wären, sondern weil sie es gewohnt sind, selbstständig zu lernen und zu arbeiten, und weil sie über besondere soziale Reife verfügen.

Die Bestimmungen auch in Bayern lassen bisher aber kaum etwas anderes zu, als solche Familien juristisch zu bedrängen. Das ist ein unguter Zustand, nicht nur für die betroffenen Menschen, weil sie unter einem enormen Druck leben, sondern auch für die Behörden selbst. Dort, wo sich die verantwortlichen Beamten mit Homeschool-Familien in ihrer Stadt eingehender beschäftigen, werden oft stille Duldungen getroffen. Manche funktionieren schon Jahre, auch in der Metropolregion. Allerdings ist ständig die Angst gegenwärtig, eine vorgesetzte Stelle könnte etwa davon Wind bekommen und einschreiten. (...)

http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=1224669&kat=10


Der Ungar Richard Rapport (14) ist jüngster Großmeister

(...) Was in Deutschland mit seiner strenger reglementierten Schulpflicht schwierig ist, kann in Ungarn eher verwirklicht werden, nämlich dass ein Neunjähriger die reguläre Schule verlässt, sich den Lehrstoff anderweitig statt im Klassenzimmer aneignet und fortan nur bei den Prüfungen anwesend sein muss. Ab 2008 ist Richard praktisch ein Schachprofi, der sich eigener Aussage zufolge täglich zwischen 8 und 10 Stunden mit Schach beschäftigt, aber auch Fremdsprachen lernt, Englisch kann er schon recht gut, Deutsch passabel. Den nötigen Ausgleich findet Ricsi (sprich „Ritschi“), wie ihn alle nennen, im Sport (hauptsächlich Rad fahren, Fußball und Tischtennis), Lesen (Lieblingslektüre: Harry Potter) und – beim Toben mit seinen drei Geschwistern(...)

http://www.chessbase.de/nachrichten.asp?newsid=10363

E-Petition für straffreien Hausunterricht

(...) Die Online-Petition „Hausunterricht straffrei stellen“ an den Deutschen Bundestag, die noch bis zum 16.06.2010 mitgezeichnet werden kann, fordert die Legalisierung des häuslichen Lernens und die Aufhebung aller staatlichen Sanktionen gegen Eltern, die ihre Kinder selbst unterrichten. In sämtlichen EU-Ländern und englischsprachigen Ländern würde der Hausunterricht „bereits schon länger mit großem Erfolg praktiziert“, so der Initiator der Petition Matthias Wolf. (...)

http://www.freiewelt.net/nachricht-4271/e-petition-f%FCr-straffreien-hausunterricht.html

Mittwoch, 28. April 2010

"Übergangslösung": Autistisches Kind (12) darf wieder in die Schule

(...) . Auf Anraten des Gerichts darf der Junge nun eine Förderschule für geistige Entwicklung besuchen, bis endgültig entschieden ist. „Wir sehen das derzeit nur als Übergangslösung“, sagte Bildungs-Staatssekretär Stephan Körner (Grüne) der Saarbrücker Zeitung. Der Fall Felix landete vor Gericht, weil die Familie gegen den Bescheid des Ministeriums geklagt hatte. (...) 

(...) Nun prüft das Jugendamt Völklingen, ob eine Einrichtung außerhalb des Saarlandes für den Jungen geeignet ist. Eine Möglichkeit, die das Ministerium in Betracht zieht. Die erste Möglichkeit sei damals der Vorschlag gewesen, das Kind zu Hause zu unterrichten. „Das hat die Familie aber abgelehnt“, so Körner. Felix' Mutter entgegnete, sie habe dem Ministerium damals mitgeteilt, dass es schwierig sei, ihren Junge im häuslichen Umfeld zu unterrichten, da er sich dort nicht konzentrieren könne. Generell habe sie einen Privatunterricht aber nicht ausgeschlagen. (...)

http://www.sol.de/titelseite/topnews/Schulpflicht-Kind-Autismus-Uebergangsloesung-Autistisches-Kind-12-darf-wieder-in-die-Schule;art26205,3249607

Dienstag, 27. April 2010

30.000 Kilometer jährlich zum Unterricht

(...) . „Früher habe ich mehr als 400 Kinder in Biologie und Sport unterrichtet – heute sind es genau sechs“, erzählt Oliver Thier (...) er unterrichtet an der „Schule für Circuskinder in Nordrhein-Westfalen der Evangelischen Kirche im Rheinland Primarstufe und Sekundarstufe I“. (...)

(...) die Evangelische Kirche (...) entwickelte ab 1985 das Konzept der „Schule für Circuskinder“ (SfC). Vier Jahre später konnte das Kultusministerium NRW von der Notwendigkeit der Schule überzeugt werden, und 1994 startete ein Pilotprojekt.

Nach Schätzungen soll es rund 12.000 „reisende Kinder“ (nicht nur von Circusleuten, sondern auch von Schaustellern, Schiffern usw.) in Deutschland geben. Genaue Zahlen kennt niemand. Rund 360 werden zur Zeit von der SfC betreut(...) 

(...) Seine Schüler sind zwischen sieben und achtzehn Jahre alt – also musste er für jeden einzelnen Schüler ein individuelles Lernprofil erstellen. Bei diesen Profilen werden natürlich die besonderen Lebensumstände der Kinder und auch die bereits gemachten Erfahrungen berücksichtigt. Darauf basierend erstellte Thier dann individuelle Stoff- und Lernpläne. Das Tempo der Bearbeitung bestimmt das Kind selbst. „Dadurch, und weil es keine schlechten Noten gibt, ist unser System besser als das der „normalen“ Schulen“, behauptet der engagierte Lehrer. Die Statistiken scheinen ihm Recht zu geben, denn die Abschlüsse der SfC-Schüler sind nicht schlechter als die der Schüler anderer Schulen. (...)

http://www.marlaktuell.de/?p=192337


Donnerstag, 22. April 2010

Schule nach Hausfrauenart

In Österreich misstrauen immer mehr Eltern dem Bildungssystem und unterrichten ihre Kinder zu Hause. Das liberale Konzept ist umstritten – und lockt mittlerweile Widerständler aus Deutschland an (...)

(...) Die Institution Schule finde ich deshalb so schlimm, weil man nichts auswählen kann«, sagt die 36-Jährige, »weil alle Kinder zur selben Zeit dasselbe können müssen.« (...)

(...) Seit den Zeiten der Kaiserin Maria Theresia gilt zwar die allgemeine Schulpflicht in Österreich, doch genau genommen besteht nur Bildungspflicht. Wer sein Kind keiner Schule überlassen will, kann diesem Gebot durch häuslichen Unterricht nachkommen, sofern der zuständige Landesschulrat die Ausbildung als gleichwertig beurteilt.  Eltern mit Matura fällt der entsprechende Befähigungsnachweis meist leicht. Wie viele Kinder ausschließlich zu Hause büffeln, ist den Behörden allerdings nicht bekannt. Im Unterrichtsministerium gibt es keine genauen Zahlen. Allein in Wien, Niederösterreich, der Steiermark und Oberösterreich werden, laut Angaben der Landesschulräte, mehr als 500 Kinder in den eigenen vier Wänden unterrichtet. Im ganzen Land dürften es beinahe 1000 sein. (...)

(...) Ein Jahr lang ging Lisa zur Schule, dann war Schluss mit »Bulimie-Lernen«, wie ihre Muter den Regelunterricht nennt: »Drei Tage lang sollen die Kinder alles Wissen reinfressen, und bei der Schularbeit kotzen sie es wieder raus.« Lisa lerne heute selbstständig, manchmal einige Tage lang scheinbar nichts, dann wieder schaffe sie in wenigen Wochen mit einer Lernsoftware den Jahresstoff in Englisch.(...)

(...) Einmal im Jahr prüft der Staat diese Qualitäten ab. Die Verweigerer müssen eine Externisten-Prüfung an einer öffentlichen Schule absolvieren. Statt mit reinen Knock-out-Prüfungen das Leistungsniveau abzutesten, wollen die Gutachter dem Kind dabei ein Forum geben, sein Wissen über mehrere Tage verteilt zu präsentieren: in den Schularbeitsfächern schriftlich, sonst durch Gespräche. Wer durchfällt, was selten vorkommt, muss das Jahr jedoch an einer öffentlichen Schule wiederholen. »Unsere Tochter kennt keinen Notendruck. Gleichwertig heißt für uns ausreichend«, meint Joya Marschnig zur gesetzlichen Vorgabe. »Wenn sie bei der Lisa überall Genügend reinschrieben, wäre mir das am liebsten.« (...)

http://www.zeit.de/2010/17/A-Heimunterricht?page=1

Samstag, 17. April 2010

Schulpflicht? Erstmal nicht für Amir

Dem Elfjährigen Autisten Amir, der zwei Klassen übersprang, bietet sich in Köln nur die Förderschule. Seine Mutter will das nicht akzeptieren - und so verbringt der Junge seine Zeit nicht in der Schule, sondern bei seinem Opa. (...)

http://www.ksta.de/html/artikel/1270457646177.shtml

Donnerstag, 15. April 2010

Eltern erneut verurteilt

Weil sie auch ihren fünften Sohn nicht in eine öffentliche Schule schicken wollen, müssen die Eheleute Dudek aus Herleshausen ein Bußgeld von je 40 Euro bezahlen. Dazu wurde das Paar gestern in einem Ordnungswidrigkeitsverfahren vorm Amtsgericht Eschwege verurteilt. Zuvor hatte das staatliche Schulamt dieses Bußgeld verhängt. Die Dudeks gingen dagegen vor. (...)

(...) Außer dem zuletzt schulpflichtig gewordenen fünften Sohn, bilden die Eltern drei weitere Jungen zu Hause aus. Der älteste Sohn macht mittlerweile eine Lehre. Die beiden Töchter sind noch nicht im Schulalter. (...)

http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/2544443_Verstoss-gegen-Schulpflicht-Eltern-erneut-verurteilt.html

Schulverweigerer wieder vor Gericht

Ein Ehepaar aus Herleshausen sitzt seit Mittwoch erneut auf der Anklagebank, weil es seine Kinder nicht zur Schule schickt. Diesmal geht es um ihren fünften Sprössling, der jetzt schulpflichtig ist.

(...) Am Mittwoch standen die Eheleute nun vor dem Amtsgericht Eschwege, da ihr fünftes Kind schulpflichtig ist. Anstatt die erste Klasse zu besuchen, wird der Junge jedoch zuhause von seinen Eltern unterrichtet - wie seine Geschwister. (...)

(...) Mit den 60 Tagessätzen, ein Drittel der Geldhöchststrafe, sind beide vorbestraft. Kommt es zu einer weiteren Verurteilung, bedeute dies Haft, sagte der Richter.

Mit seiner Revisionsentscheidung war das Landgericht Kassel weit unter dem Urteil vom Juni 2008 geblieben. Da war das Paar noch zu drei Monaten Haft verurteilt worden - ohne Bewährung. Auch vor dem Revisionsprozess waren die Eheleute bereits zweimal verurteilt worden. Sie hatten ihre Kinder aber weiter nicht zur Schule geschickt. (...)

http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=36086&key=standard_document_38977797

Freitag, 2. April 2010

Homeschooling – Heimunterricht – Teil 3: Schulzwang, die totalitäre Idee

(...) Im ersten Beitrag dieser Serie wurde drei Familien vorgestellt, die so gar nicht zu diesen Vorurteilen passen wollen. Im zweiten Artikel wurde gezeigt, dass diese aber typisch für daheim unterrichtende Familien sind, gerade auch, was ihre Erfolge angeht. Wie kommt es dann, dass die Politik solche Familien in Deutschland mit der ganzen Härte des Staates verfolgt, bis zur Vertreibung oder schlimmer, bis zum Entzug des Sorgerechts? Der folgende, letzte Beitrag gibt Einblick in die Geschichte und Motive des staatlichen Schulmonopols. (...)

http://ef-magazin.de/2010/03/27/1941-homeschooling--heimunterricht--teil-3-schulzwang-die-totalitaere-idee

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