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Montag, 14. Juni 2010

50 Jahre Gastarbeiter im Kinzigtal, heute: Die Hausacher Italiener

(...) Bei ihm machte sich nach der freudigen Spannung auf das ferne Land bald Ernüchterung breit: Während seine kleinen Geschwister in den Kindergarten oder zur Schule durften, lehnte man ihn ab. Ein Zwölfjähriger, der kein Deutsch kann, stört nur. (...)

(...) Die Behörden hatten zwar versagt, was die Schulpflicht für Gastarbeiterkinder anbelangt – bei Verboten aber waren sie schnell zur Stelle. Als Erich Neumayer Pippo unter seine Fittiche nahm und ihn bei sich arbeiten ließ, verschwand er bei jedem warnenden Pfiff unter der Werkbank. Einmal hat ihn die Polizei doch in flagranti bei der »Kinderarbeit« erwischt und hinauskomplimentiert. Auch der Huber-Schmied in der Hauptstraße bekam bald behördliche Schwierigkeiten, als er Pippo bei sich arbeiten ließ. (...)

http://www.baden-online.de/news/artikel.phtml?page_id=69&db=news_lokales&table=artikel_kinzigtal&id=8020



Pfingsten unter Palmen

(...) Bei so viel Nachfrage steigt natürlich der Preis. "Wer ein, zwei Tage vor Ferienbeginn fliegt oder nach dem Ende wieder kommt, der spart richtig viel Geld", sagt Wagner. Das wissen auch die Schulen. Und doch lehnt Gerd Bucher, Rektor der Ulmer Eduard-Mörike-Schule jede Anfrage von Eltern auf "Ferienverlängerung" ab - und sei es nur ein Tag. Manchmal allerdings schweren Herzens, wie er einräumt. Schulpflicht sei Schulpflicht, für billige Flüge gebe es da keinen Handlungsspielraum.

Wird ein Schüler häufiger auffallend kurz vor oder nach den Ferien krank, hakt die Schule bei den Eltern nach. Auch Martin Bader, Leiter des Neu-Ulmer Lessing-Gymnasiums, hat schon Schülereltern nach versäumten Schultagen kurz vor den Ferien zum Gespräch einbestellt. "Wir haben uns wegen Verletzung der Schulpflicht auch schon an das Ordnungsamt gewandt", sagt Mörike-Rektor Bucher. Dann ist der finanzielle Vorteil einer früher angetretenen Reise schnell dahin: Bis zu 1000 Euro Bußgeld werden fällig. (...)

http://www.swp.de/ulm/lokales/ulm_neu_ulm/art4329,492551

Fünf weitere Ganztagsschulen

(...) Für das Genehmigungsverfahren haben sich die Schulen jeweils ein eigenes Konzept überlegt", so der CDU-Abgeordnete. [Landtagsabgeordneter Helmut W. Rüeck] An der Parkschule Gaildorf sind alle Schüler montags bis donnerstags von 7.40 bis 15.35 Uhr in der Schule und am Freitag von 7.40 bis 12 Uhr. Diese Zeiten sind für alle Schüler verbindlich. Sie bleiben auch über die Mittagszeit in der Schule. In den folgenden Schuljahren kommt sukzessive eine Klassenstufe dazu. Zur Ganztagesschule gehören weitere Elemente wie Selbstorganisiertes Lernen. In dieser Zeit erledigen die Kinder ihre Hausaufgaben. Ein Lehrer steht für Fragen zur Verfügung.

Zum Konzept gehören zudem AGs und natürlich die Mensa. Beaufsichtigt werden die Kinder von Lehrern und Sozialarbeitern. Für Jugendbegleiter stellt die Landesregierung nach Rüecks Informationen bis zu 40 Millionen Euro pro Jahr bereit. 40 Prozent der Schulen, so der Abgeordnete, sollen spätestens in acht Jahren eine Ganztagesbetreuung bieten. rs

http://www.swp.de/gaildorf/lokales/gaildorf/art5533,486047

Förderschule heißt Kasimir-Walchner-Schule

(...) Bei der Suche geholfen habe schließlich Peter Schramm, „ein profunder Kenner der Stadtgeschichte“. Er sei bei seinen geschichtlichen Forschungen zum Spitalfonds auf Kasimir Walchner gestoßen, jenen weitsichtigen Amtmann, den die badische Regierung anno 1804 in die bis dato Freie Reichstadt Pfullendorf entsandte. Einer seiner herausragenden Verdienste war die Einführung der Volksschule und der Schulpflicht für alle Kinder, denn viele Familien in der bitterarmen Stadt konnten sich einen Schulbesuch für ihre Kinder schlicht nicht leisten. (...)

(...) Sein Verdienst sei es nicht nur gewesen, das Bildungssystem in der Stadt zu reformieren und den Schulfonds ins Leben zu rufen, der allen Kindern den Schulbesuch ermöglichte, sondern er habe es vor allem geschafft, Vertrauen in der Bevölkerung, die nach 800 Jahren als Bürger einer Freien Reichsstadt unter die Herrschaft Badens kam, zu schaffen, berichtete Schramm, „es hätte auch anders laufen können und in anderen Städten lief es anders“. Es sei das Geschick dieses einzigartigen Mannes gewesen, dass die Pfullendorfer heute voller Stolz das „Badner Lied“ singen lasse. Pfullendorf habe mit Kasimir Walchner unglaubliches Glück gehabt. (...)

http://www.schwaebische.de/lokales/pfullendorf/pfullendorf_artikel,-Foerderschule-heisst-Kasimir-Walchner-Schule-_arid,4099361.html

Samstag, 15. Mai 2010

Grüner Kilic im PZ-Interview: "Bildung ist das Fundament"

Bildung, sagt der Grünen-Bundestagsabgeordnete für Pforzheim und den Enzkreis, Memet Kilic, sei „das Fundament aller gesellschaftlichen Entwicklung“.

(...) PZ: Was ist, wenn Eltern versagen? Muss der Staat als Reparaturbetrieb einspringen?

Kilic: Ich bin eigentlich dagegen, die Schulpflicht auszuweiten und Kindertagesstätten verpflichtend zu machen. Verpflichtung ist nur die ultima ratio in einer demokratischen Gesellschaft. Aber ich bin dafür, dass mindestens ein Jahr Kindertagesstätte kostenlos sein sollte, um den Eltern diese sinnvolle und wichtige Einrichtung schmackhaft zu machen. (...)

http://www.pz-news.de/Home/Nachrichten/Pforzheim/arid,194205_puid,1_pageid,17.html

Klage für Ethik an der Grundschule

Mehr als die Hälfte der Schüler der Karoline-Kaspar-Schule in Freiburg gehören keiner Konfession an. Ein Anteil, der die Einführung eines adäquaten Ersatzunterrichtes für das Fach Religion eigentlich selbstverständlich machen sollte. Da das Kultusministerium Baden-Württemberg hier allerdings ganz anderer Auffassung ist, wurde jetzt von Seiten der Eltern Klage eingereicht.(...)

(...) Württemberg im bundesweiten Vergleich ganz hinten. Bereits in sechs Bundesländern gibt es einen Ethikunterricht ab der 1. Klasse. In weiteren fünf Ländern wird das Fach Ethik zumindest ab der fünften Klasse angeboten.

In Baden-Württemberg ist Ethik erst ab der 8. Klasse vorgesehen und daran hält das Land nicht nur eisern fest, es weigert sich zudem, auch nur anzuerkennen, dass hier ein Problem vorliegt. (...)

(...) Durch die Weigerung, einen konfessionsfreien Ethikunterricht anzubieten, dränge das Land Baden-Württemberg die konfessionsfreien Schüler dazu, so die Argumentation, sich konfessionell zu orientieren. Damit liege ein Eingriff in die negative Glaubensfreiheit aus Art. 4 GG sowie ein Verstoß gegen das in Art. 140 GG i.V.m. Art. 136, 137 WRV garantierte Neutralitätsgebot vor.

Indem der Staat über die Einführung der Schulpflicht einen großen Teil der Bildung und Erziehung der Kinder an sich gezogen hat, habe er sich verpflichtet, alles hierzu Erforderliche tatsächlich auch zu leisten. Art. 7 GG über das Schulwesen, „normiert nicht nur eine Pflicht, Kinder in die Schule zu schicken, sondern auch eine Pflicht des Staates, eine umfassende schulische Bildung auch anzubieten”. Explizit betrifft dies die ethische Erziehung bzw. Bildung, zu der sowohl in der baden-württembergischen Verfassung (Art. 12) als auch in den Leitzielen des Schulgesetzes (§ 1) angehalten wird. (...)

(...) Allgemein wird in der Klage darauf verwiesen, dass für die ethische Bildung die Auseinandersetzung mit anderen Positionen und Auffassungen wesentlich sei. Nur so könnten Kinder lernen, ihre eigene Position zu begründen und die Auffassung anderer zu werten. Dies könne nicht in der Familie geleistet werden, sondern nur in größeren, heterogen zusammengesetzten Gruppen Gleichaltriger, wie sie in einer Schulklasse gegeben sind. Das aber heißt: „Wenn ein solcher Unterricht in der Schule nicht angeboten wird, findet eine entsprechende Bildung der Kinder nicht statt.“ (...)

http://hpd.de/node/9459?page=0,0

Mittwoch, 21. April 2010

Das OB-Wahl-Interview: Günter Rausch

Günter Rausch:
(...) "Heute ist es so, dass vor allem Kinder aus benachteiligten Milieus – Familien mit Migrationshintergrund und auch Kinder aus Arbeiterfamilien und so genannten bildungsfernen Milieus – in der Schule kaum eine Chance haben. In Gymnasien sind die Kinder aus bürgerlichen Familien sowieso schon privilegiert, auf der Hauptschule finden sich die Kinder von Migranten und Arbeitern wieder. " (...)

(...) "Wir brauchen Schulsozialarbeiter und – was vor allem in Freiburg völlig fehlt – eine Eltern- oder Familienbildung. Man muss ganz früh mit den Eltern arbeiten. Solange die Kids zu Hause nicht gefördert werden, sondern durch andere Deutungsmuster und kulturelle Hintergründe geprägt werden, die von denen in der Schule abweichen, muss es scheitern. Nichts kann auf Dauer funktionieren, wenn man die Eltern nicht mit einbezieht." (...)

(...) "wir brauchen neue Lernziele. Kinder müssen nicht nur Lesen und Schreiben lernen, sie müssen lernen, ihre eigene Idee des Lebens, ihre Zukunft zu gestalten. Und dazu braucht es mehr als Mathematik, Geschichte, Biologie uns so weiter. Der Fächerkanon ist nicht so aufgestellt, dass die Kinder von heute vorbereitet werden auf die Herausforderungen von Übermorgen."  (...)

(...) "Die Ausbildungssituation in Freiburg ist skandalös. Nur 11 Prozent der Hauptschüler in Freiburg haben eine Lehrstelle. Ich finde das unerträglich. Sie werden in Berufsvorbereitungsjahren und ähnlichem auf Halde gelegt, bis sie aus der Schulpflicht draußen sind. Die meisten werden in eine Warteschleife gesteckt und nur Wenige haben eine Perspektive auf eine Lehrstelle, das finde ich wirklich schlimm." (...)

(...) "Wir glauben, dass vor allem die Mitbestimmung der Kinder und Jugendlichen in den Schulen stattfinden muss. Das ist die wichtigste Innovation. Man muss dort hingehen, wo die jungen Menschen sind. 25.000 sind täglich in der Schule – und diese muss mehr sein als nur Vermittlung von Lesen, Schreiben und Lernen. Schule muss der Ort sein, wo Demokratie geübt und gelernt wird. Dort müssen auch kommunalpolitisch relevante Dinge und Themen diskutiert werden. Meine Idee ist es, regelmäßig in den Schulen Mitwirkungsverfahren für die Kindern und Jugendlichen durchzuführen." (...)

http://fudder.de/artikel/2010/04/20/das-ob-wahl-interview-guenter-rausch/


Montag, 19. April 2010

Ausstellung zeigt Schule von „anno dazumal“

(...) Bürgermeister Holger Jerg verwies auf „200 Jahre Schulpflicht in Hohenzollern“. Angefangen hatte alles im Jahr 1809, denn damals wurde eine alle verpflichtende Winterschule eingeführt. (...)

(...) Die Anfänge der Schule waren abenteuerlich: Auf dem Land gab es Wanderlehrer, die von Martini bis Georgi den Kinder lesen, schreiben, rechnen beibrachten. Der Lehrer durfte bei wechselnden Familien mitessen und dort auch unterrichteten, ein Schulhaus gab es noch nicht: „Im Sommer hütete er Kühe, im Winter die Kinder und weil das Geld nicht reichte, war er oft noch Nachtwächter.“ Jeder konnte sich damals um eine Lehrerstelle bewerben, eine spezielle Ausbildung gab es nicht. (...) 

(...) Erst 1850 als das Oberamt Gammertingen preußisch wurde, erhielten die Lehrer als Staatsdiener ein Einkommen. Aber der Ertrag war eher bescheiden (...)

(...) Gesetzlich wurde geregelt, was der Lehrer alles zu tun hatte: er musste unter anderem dafür sorgen, „dass sich die Schüler nicht auf dem Tanzboden herumtrieben“. Jeschke strich aber auch heraus, dass ein Mensch mit allgemeiner Schulbildung natürlich auch revolutionäres Potential barg, denn mit der Aufklärung und ihrer Forderung, sich des eigenen Verstandes zu bedienen, konnten und sollten sie sich ja aus ihrer „selbstverschuldeten Unmündigkeit“ befreien. (...)

http://www.schwaebische.de/lokales/sigmaringen/alblauchert_artikel,-Ausstellung-zeigt-Schule-von-„anno-dazumal“-_arid,4085010.html

Samstag, 17. April 2010

St. Peter und Paul ist ein Kulturdenkmal von Bedeutung

(...) Anfang des 19. Jahrhunderts erhält auch Laiz aufgrund der „Allgemeinen Schulordnung für die Stadt und Landschulen“ ein reguläres öffentliches Schulwesen mit einer Schulpflicht. Die Gemeinde muss – gegen den Willen der Gemeindevertreter - ein Schulhaus bauen, das seit 1847 mehrmals erweitert werden muss.

Nach 1933 hält natürlich das nationalsozialistische Gedankengut Einzug in die Klassenzimmer. Bei einer Tagung des NS-Lehrerbundes 1934 in Sigmaringen wird in einer Vortragsreihe auf die Rassenideologie der Nazis eingestimmt. 1943 kommt eine 35-köpfige Schulklasse aus Duisburg nach Laiz- evakuiert vor befürchteten Bombenangriffen. (...)

http://www.schwaebische.de/lokales/sigmaringen/sigmaringen_artikel,-St-Peter-und-Paul-ist-ein-Kulturdenkmal-von-Bedeutung-_arid,4083212.html

Freitag, 2. April 2010

Etliche Eltern versäumen die Anmeldefrist

(...)Zum ersten Mal konnten die Eltern frei bestimmen, ob ihre Kinder eine Haupt- oder eine Werkrealschule besuchen sollen und welche. Doch kaum jemand nutzte die neue Freiheit. Das "moderne und zukunftsfähige Angebot", wie es Baden-Württembergs Kultusministerin Marion Schick formuliert hat, interessiert offenbar nicht.

(...)

An gemeinsamen Grund- und Hauptschulen kann auf das Versäumnis reagiert werden. Denn die Schulverwaltungen können gezielt bei den Eltern nachfragen, welche weiterführende Schule die Kinder künftig besuchen sollen. Außerdem "gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Kind an der Schule bleibt", sagt Manfred Rittershofer vom Stuttgarter Schulamt. Denn die neue Freiheit sei bei den Eltern "wohl noch nicht angekommen". Doch etliche Grundschulen sind an keine Hauptschule angeschlossen. Deren Schüler könnten verloren gehen. Sei es, weil die Eltern sich schlicht nicht um die Anmeldung kümmern, sei es, weil sie ihre Kinder absichtlich der Schulpflicht entziehen. Zudem fehlt den Verantwortlichen der Haupt- und Werkrealschulen die Gesamtzahl der Suchenden. (...)

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stuttgarter_nachrichten.html/id/7428ce7c-f715-4ce6-aebd-73488fb4ff74

Eine Schule für alle

(...)  "Kinder mit und ohne Behinderung sollen konsequent gemeinsam unterrichtet werden", fordert der Landtagsabgeordnete Helmut W. Rüeck.
(...)
"Der Unterricht darf aber nicht nach ,Schema F" laufen. Passgenaue Lösungen für den Einzelfall müssen das Ziel sein", so Rüeck weiter. Die neuen Regelungen für die Schulpflicht, das Elternwahlrecht sowie die Struktur- und Kostenfragen sollen in ausgewählten Schulamtsbezirken entwickelt werden. Im Schuljahr 2012/13 würden dann die Ergebnisse ausgewertet und die gesetzlichen Regelungen vorbereitet. Zum Schuljahresbeginn 2013/14 könnte das reformierte Schulgesetz in Kraft treten. (...)

http://www.swp.de/crailsheim/lokales/landkreis_schwaebisch_hall/art5722,424095


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