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Donnerstag, 22. April 2010

47.000 Kärntner können nicht lesen

Trotz Schulpflicht haben rund zehn Prozent der Klagenfurter Probleme beim Lesen und Schreiben. Volkshochschule bietet kostenlose Kurse an. (...)

(...) Fast alle sind funktionelle Analphabeten. Das heißt: Sie haben zwar in der Schule die Buchstaben und Zahlen gelernt und können auch einzelne Worte, wie ihren Namen lesen und schreiben. Allerdings ist es für sie schwierig, ganze Texte und deren Sinn zu erfassen. (...)

http://www.kleinezeitung.at/kaernten/klagenfurt/klagenfurt/2338716/kampf-um-jedes-wort-alltag.story

Donnerstag, 15. April 2010

„Nicht alle sind gleich begabt“

(...)In Deutschland besteht Schulpflicht. Warum gibt es Menschen, die dennoch nicht oder nicht richtig lesen und schreiben können?

Die betroffenen Erwachsenen haben in der ersten und zweiten Schulklasse nicht die nötigen Basiskompetenzen fürs Lesen und Schreiben gelernt. Das kann unterschiedliche Gründe haben und liegt unter anderem daran, dass vielfach kein individuell angepasster Unterricht möglich ist. Weiterhin gibt es auch immer mehr bildungsferne Familien, in denen Lesen und Schreiben beziehungsweise Bildung kaum eine Rolle spielen. Die Chance, erfolgreich lesen und schreiben zu lernen, hängt derzeit immer noch sehr stark vom jeweiligen sozialen Milieu ab, in dem jemand aufwächst. Das Schulsystem kann das nur schwer auffangen. (...)

(...)Vielfach fällt die geringe Lese- und Schreibkompetenz aber in den schülermäßig großen Klassen auch überhaupt nicht richtig auf, und die Kinder werden halt so durchgeschleppt. Nach der dritten Klasse gilt man in Deutschland als alphabetisiert, und in den weiterführenden Schulen werden Jugendliche dann kaum eine Chance haben, noch einmal die grundsätzlichen Lese- und Schreibkompetenzen zu lernen. (...)

(...)Nicht alle Kinder sind gleich begabt, lesen und schreiben zu lernen. Manche sind vielleicht eher musikalisch oder sportlich talentiert. Kinder brauchen also unterschiedlich lange, um lesen und schreiben zu lernen. Und darauf muss sich die Schule einstellen. Häufige „Karrieren“ von funktionalen Analphabeten sehen so aus, dass sie als Kind häusliche Gewalt erlebt haben, schwer krank waren, zu Hause einfach überfordert wurden, indem sie den Haushalt übernehmen mussten, kaum Schlaf bekamen, – da fiel es diesen Kindern extrem schwer, in der Schule mitzukommen. Es zielt einfach zu kurz, von pauschalem Versagen zu sprechen. (...)

http://www.lr-online.de/politik/Tagesthemen-bdquo-Nicht-alle-sind-gleich-begabt-ldquo-;art1065,2881777

Montag, 12. April 2010

"Analphabeten ziehen sich aus dem öffentlichen Leben zurück"

(...) Die Welt: Wie kommt es, dass die Zahl trotz Schulpflicht so hoch ist?

Neuner: Selbst die wenigen Schreib- und Lesekenntnisse, die die Betroffenen irgendwann einmal erlernt haben, werden nach der Schulzeit wieder verlernt, da das Schreiben und Lesen vermieden wird. Die Betroffenen verstecken ihre Lese- und Schreibschwäche und ziehen sich immer weiter aus dem öffentlichen Leben zurück. Sie gehen Situationen, in denen sie schreiben und lesen müssen, über viele Jahre völlig aus dem Weg. Zunehmend werden diese Menschen auch aus dem Arbeitsleben verdrängt, denn Arbeitsplätze für Ungelernte werden abgebaut. Selbst in gering qualifizierten Tätigkeiten müssen heute Listen, Protokolle, Berichte erstellt werden. Der soziale Abstieg ist vorprogrammiert. (...)

http://www.welt.de/die-welt/vermischtes/hamburg/article7145560/Analphabeten-ziehen-sich-aus-dem-oeffentlichen-Leben-zurueck.html

 

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