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Sonntag, 9. Mai 2010

Schule auch für Kinder ohne Pass

(...) Als die Lehrer hörten, dass einer ihrer Schüler sich mit seinem Schweigen gleichsam täglich der Abschiebung entzog, waren die "krass geschockt!", sagt Tselmeg.  (...)

(...) Für viele der an die 30000 statuslosen Kinder scheitert die Inanspruchnahme ihres Menschenrechts auf Bildung vor allem am Aufenthaltsgesetz, dessen § 87 öffentliche Stellen - also Krankenhäuser, Schulen und Schulbehörden - verpflichtet, solche Kinder den Ausländerbehörden zu melden (...)

(...) in den einzelnen Landesgesetzen ist das Recht auf Bildung ganz unterschiedlich verankert. In einigen Ländern gilt die Schulpflicht auch für Statuslose, in anderen haben sie das Recht auf Schulbesuch. Dennoch gibt es immer noch Ausnahmen: Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen verweigern Betroffenen bis heute das Recht auf Schule. Ihr Schulbesuch sei dort offenbar, so der SVR*, politisch "nicht erwünscht".(...) 

*Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Migration und Integration (SVR)

(...) In Nordrhein-Westfalen dürfen Schulen seit 2008 von ausländischen Schülern weder Pass noch Meldebescheinigung verlangen. In Hessen wurde mit der Einführung des Schulrechts für Kinder ohne legalen Status 2009 die Pflicht zur Vorlage einer Meldebescheinigung abgeschafft. (...)

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2594615_Schule-auch-fuer-Kinder-ohne-Pass.html


Zur selben Studie gibt es noch folgenden inhaltlich ausführlichen Artikel:
http://www.idw-online.de/pages/de/news366674

Mittwoch, 21. April 2010

Wenn Höhlenmenschen ausrasten

Ein 30-jähriger Japaner hat nahe Nagoya fünf Familienangehörige mit einem Küchenmesser niedergestochen und sein Zimmer in Brand gesteckt, weil er keinen Zugang zum Internet mehr hatte. (...)

(...) Der arbeitslose Mann hatte sich nach Angaben von Nachbarn seit dem Abschluss der Mittelschule vor etwa 15 Jahren dauerhaft in seinem Zimmer im Elternhaus eingeschlossen. Iwase zählt damit zur Gruppe der Hikikomori, was auf Deutsch so viel heißt wie "die sich in sich zurückziehen". Von einem Tag zum anderen beschließen diese überwiegend jungen Männer oft schon als Teenager, sich von der Umwelt abzuschotten. Sie brechen jeden Kontakt nach außen ab, viele von ihnen verlassen ihre Zimmerhöhle nur nachts - wenn sie überhaupt noch nach draußen gehen.(...)

(...) . Die Abschottung ist möglich, weil Kinder häufig bis zur Heirat zu Hause wohnen und die Schulpflicht nicht durchgesetzt wird. Viele Einzelkinder fühlen sich vom Erfolgsdruck ihrer Eltern überfordert. Denn in Japans Dauerkrise sind gute Anstellungen rar geworden. Andere halten dem Gruppenzwang und den Hänseleien von Mitschülern nicht stand. (...)

(...)  "Wir Japaner unterdrücken uns oft selbst, wenn etwas nicht gut läuft oder etwas Falsches passiert. Wir ziehen uns zurück, damit wir keine Entscheidung treffen müssen." Viele würden das Problem dadurch beseitigen, indem sie sich vor anderen verbergen. (...)

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/panorama/2560910_Wenn-Hoehlenmenschen-ausrasten.html


Donnerstag, 15. April 2010

Eltern erneut verurteilt

Weil sie auch ihren fünften Sohn nicht in eine öffentliche Schule schicken wollen, müssen die Eheleute Dudek aus Herleshausen ein Bußgeld von je 40 Euro bezahlen. Dazu wurde das Paar gestern in einem Ordnungswidrigkeitsverfahren vorm Amtsgericht Eschwege verurteilt. Zuvor hatte das staatliche Schulamt dieses Bußgeld verhängt. Die Dudeks gingen dagegen vor. (...)

(...) Außer dem zuletzt schulpflichtig gewordenen fünften Sohn, bilden die Eltern drei weitere Jungen zu Hause aus. Der älteste Sohn macht mittlerweile eine Lehre. Die beiden Töchter sind noch nicht im Schulalter. (...)

http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/2544443_Verstoss-gegen-Schulpflicht-Eltern-erneut-verurteilt.html

Donnerstag, 25. März 2010

Moritz und Tobias, allein zu Haus

Dass es Schulpflicht gibt und Kinder auch gegen ihren und den Willen ihrer Eltern mit dem Polizeiauto in die Schule gebracht werden dürfen, ist hierzulande für die Mehrheit selbstverständlich. International üblich ist es nicht. Die meisten Länder kennen statt der Schul- eine vom Staat zu überwachende Pflicht, Kinder zu bilden. Und während es nach einer - wiederum sehr groben - Schätzung Spieglers bundesweit nur 600 bis 1000 Familien geben dürfte, die sich den Schulen widersetzen, könnten es weit mehr sein, die wegziehen. "Dass Eltern abwandern, passiert immer wieder", sagt Spiegler, "statt sich hier jahrelang zu streiten, gehen sie, zumindest für die Grundschulzeit ihrer Kinder, ins Ausland."

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wissen_und_bildung/aktuell/?em_cnt=2458161&em_cnt_page=1

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